Schulwettbewerb Nanotechnologie: Mit Gesichtsmasken Nanofiltration untersuchen – Herzlichen Glückwunsch an unsere Q11 für die besten Experimental-Dokumentationen!

Der Schulwettbewerb Nanotechnologie wird seit 15 Jahren vom Nanonetz Bayern e.V.
ausgeschrieben und durchgeführt. Der letztjährige 2020/2021 war anders als alle bisherigen.
Um auch während der Zeit des Home-Schoolings in der Corona-Pandemie einen Raum für
kreative Ideen und Entdeckergeist zu schaffen, wurde in diesem Jahr der Fokus auf
Nanoexperimente gelegt, die auch in den eigenen vier Wänden gut umsetzbar sind.
Welches Thema könnte zur aktuellen Lage besser passen als Nanofiltration? Jeden Tag
schützen uns die verschiedensten Gesichtsmasken vor Coronaviren, die durch die
besonderen Materialien der Masken aus unserer Atemluft gefiltert werden.
So untersuchten unsere Schüler:innen der Q11 die Filtrationseigenschaften von Kaffeefiltern,
Stoffmasken, OP-Masken und FFP2-Masken. Dazu ließen sie eingefärbtes Wasser durch die
vier unterschiedlichen Filter laufen und verglichen anschließend die überraschenden
Resultate. Ihre Projektberichte reichten sie als Wettbewerbsbeitrag ein.
Der Einsatz unserer Schüler:innen hat sich gelohnt. Am 16. Dezember konnte im kleinen
Rahmen eine Preisverleihung an der Schule mit vielen Informationen zur Nanotechnologie
und den Berufsbildern in diesem MINT-Bereich durchgeführt werden.
Der Schulpreis für die besten Experimente in Höhe von 200 Euro wurde vom Nanonetz
Bayern e.V. vertreten durch Katja Schröder, Andrea Deißenberger und Samira Müller an den
stellvertretenden Schulleiter Oliver Mecker überreicht.
Wir gratulieren allen Gewinnern!

Mathilda Brückner vertritt das FLG im Kreisfinale

Mathilda Brückner konnte mit Cornelia Funkes „Hinter verschlossenen Fenstern“ überzeugen und gewann den diesjährigen Vorlesewettbewerb der sechsten Jahrgangsstufe am FLG. Auf den zweiten Plätzen folgten Louisa Müller, die aus „Das Geheimnis der Wälder“ von Robert Beatty vorlas sowie Linus Schug mit Pearcy Jacksons „Diebe im Olymp“. Mathilda Brückner wird nun das FLG im Kreisfinale des Wettbewerbs vertreten, der jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels durchgeführt wird. Die Ehrung und Preisverleihung nahm Schulleiter Ingo Schneider vor, der sich bei allen Teilnehmern für Ihre Leistungen bedankte und herausstellte, dass es auch dieses Jahr wieder ein enges Rennen um den ersten Platz war. Als Preise bekamen die Gewinner jeweils ein Buch durch den Schulverein sowie einen Gutschein für einen vegetarischen „Scherenburger“ durch Elternbeirat überreicht, der beim nächsten „Gesunden Pausenbrot“, welches der Elternbeirat regelmäßig anbietet, eingelöst werden kann.

Liebe im Karton am FLG

Zum insgesamt fünften Mal beteiligte sich die Schulfamilie des Friedrich-List-Gymnasiums in diesem Jahr an der Aktion „Liebe im Karton“. Gingen die Boxen im letzten Jahr noch an Kinder in Camps und Einrichtungen in Griechenland, Rumänien, Irak, Bulgarien, Syrien und Libanon, werden sie diesmal über Tafelläden in der Region verteilt, um bedürftigen Kindern bei uns eine kleine Freude zu bereiten. Gefüllt wurden die Weihnachtspäckchen am FLG u.a. mit Spielsachen, Büchern, Kleidungsstücken, Hygieneartikeln und leckeren Naschsachen. Die Organisation hatte erneut der Klub Rassismus ablehnender Schülerschaft. KRASS bedankt sich bei allen, die in diesem Jahr wieder mit angepackt haben und wünscht schon an dieser Stelle: Frohe Weihnachten!

Mit MINT und digital die Welt erkunden

Schülerakademie fördert erneut naturwissenschaftliches und digitales Wissen

Gemünden. Naturwissenschaftliches und digitales Wissen bilden Schlüsselkompetenzen in unserer modernen Welt. Das Format der Schülerakademie widmet sich diesem Thema. Das Angebot besteht im Landkreis Main-Spessart seit sieben Jahren. Ins Leben gerufen hat das regionale Konzept die Dienststelle der Ministerialbeauftragten (MB) für die Gymnasien in Unterfranken.

„Die Schülerakademie ist ein zusätzliches Angebot für interessierte und begabte Schüler und Schülerinnen der Gymnasien in Unterfranken“, sagt Monika Zeyer-Müller, Leitende Oberstudiendirektorin und Ministerialbeauftragte der MB-Dienststelle in Würzburg. „In insgesamt sieben Kursmodulen können sie ihre schulischen Kompetenzen erweitern, neue Interessen entdecken oder pflegen und Wissensgebiete vertieft behandeln.“

Der Auftakt fand im Oktober am Friedrich-List-Gymnasium (FLG) in Gemünden mit einem ersten Kurs statt. Schülerinnen und Schüler werden in diesem Schuljahr in Präsenz und auch per Videokonferenz an vielen zukunftsweisenden Projekten mitarbeiten. Unter dem Motto „Mit MINT und digital die Welt erkunden“ werden sie experimentieren, programmieren, Produkte entwickeln, kreative Lösungen finden und können viele digitale Anwendungen ausprobieren.

„Die Akademie bietet mehr als reine Wissensvermittlung“, sagt Studiendirektorin Eleonore Hose, die diesen Kurs an ihrer Schule anbietet. „Die Jugendlichen lernen, im Team zu arbeiten und treffen andere mit gleichen Ansichten und Einstellungen. Die Kursstunden sind tiefgehend und nachhaltig, da sie gemeinsam viel Zeit verbringen und an MINT-Themen arbeiten.“ Als Beispiel führt die Kursleiterin Erfahrungen aus früheren Veranstaltungen an: die Teilnehmenden träfen sich bis heute und es entstanden Freundschaften, die es ohne das Format vermutlich nicht gäbe.

Projekt „Plant Euer Dorf“

Ein Projektpartner der Schülerakademie ist die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher (IJF) aus Würzburg. Das Team der IJF kam an zwei Tagen mit viel Bastelmaterial, Experimenten und moderner Technik zum Thema „Nachhaltige Energieversorgung“ ans FLG. Zwölf Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe an Gymnasien aus dem Landkreis nahmen daran teil.

Ziel des Kurses war es, ein nachhaltiges Dorf für Klimaflüchtlinge zu planen und zu bauen. „Dazu lassen wir die Jugendlichen in verschiedene Berufsrollen schlüpfen“, erklärt IJF-Referentin Kathrin Sackmann. Sie sollen eigene Handlungsoptionen entwickeln. Beispielsweise Was kann ich tun? oder Wie kann ich helfen? Außerdem sind sie gefordert, das Modelldorf so zu gestalten und zu bauen, dass vorgegebene Ansprüche an eine Versorgung mit Energie und Nahrungsmitteln erfüllt werden.

„In unserer Einführungspräsentation erfahren sie vom Klimawandel und seine Folgen, wie steigende Meeresspiegel“, sagt Sackmann. „Wir zeigen, wie Erderwärmung und Energienutzung zusammenhängen und wie erneuerbare Energiequellen die Klimawende unterstützen.“ Anschließend probierten die Schülerinnen und Schüler in der Informations- und Experimentierphase Wind- und Solarstationen aus. Außerdem lernten sie die Kreativmethode SCRUM kennen, eine agile Methode aus dem Projektmanagement.

„Mit der VR-Brille (Virtual Reality) konnten wir sehen, welche Bedürfnisse die Klimaflüchtlinge auf der virtuellen Insel haben“, sagte eine Schülerin. „Am Schluss haben wir präsentiert und erklärt, warum wir uns was wie ausgedacht und gebaut haben. Die Teamspiele haben viel Spaß gemacht!“ Diese Aufgaben und Experimentierstationen sind Teile der neuen Projekttage zum Thema Energie, welche die IJF ab November kostenfrei bayernweit für alle weiterführenden Schulen anbieten wird.

Ingo Schneider, Oberstudiendirektor und Koordinator der Schülerakademie im Landkreis Main-Spessart freut sich über die Kurse und weist auf die Sinnhaftigkeit hin: „Projekte, wie die der IJF, unterstützen nachhaltiges Lernen und helfen, fachliche, methodische und personale Kompetenzen zu erwerben und zu vertiefen. Ebenso werden digitale Fertigkeiten gefördert. Dies kann für die schulische und berufliche Ausbildung von großem Nutzen sein.“

Die Schülerakademie ist ein kostenfreies Angebot. Ermöglicht werden die Projektteile der IJF durch die Förderung des Europäischen Sozialfonds sowie der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern. Als ein weiterer Partner bietet das Naturerlebniszentrum Rhön in Hammelburg die Schwerpunkte Ökologie und Digitalisierung an.

„Ich freue mich, dass wir die Schülerakademie mit regionalen Bildungspartnern durchführen können. Naturwissenschaftliche Bildung ermöglicht jungen Menschen eine aktive Teilhabe an gesellschaftlicher Kommunikation und Meinungsbildung und ist ein wichtiger Bestandteil der Allgemeinbildung“, freut sich Zeyer-Müller, die sich im Beirat der Initiative Junge Forscherinnen und Forscher engagiert. „Wir werden dieses Format wieder anbieten.“

Stolpersteinverlegung in Gemünden

Am 27. Oktober 2021 wurden in Gemünden zwei neue Stolpersteine verlegt. Die Patenschaften übernahm unser Klub Rassismus ablehnender Schülerschaft (KRASS). 16 Nachfahren der einst in Gemünden ansässigen jüdischen Familien Kahn und Weinberg waren für die Verlegung extra aus den USA und Israel angereist.

Bereits 2015 waren Schülerinnen und Schüler eines P-Seminars  zum Thema „Stolpersteine“ auf das Schicksal von Arthur Kahn und Nathan Weinberg gestoßen. Arthur Kahn gilt als eines der ersten Opfer des Nationalsozialismus in unserer Region. Bereits 1933 war er in Dachau erschossen worden. Das Schicksal des 21-jährigen Medizinstudenten war wohl gerade auch deshalb mehrfach Thema wissenschaftlicher Aufsätze und journalistischer Beiträge.

Die Geschichte des kleinen Nathan Weinberg war in Gemünden indes fast schon in Vergessenheit geraten. Zwar war für seine Mutter, Fanny Weinberg (Arthurs Schwester), bereits 2009 ein Stolperstein in der Obertorstraße verlegt worden; dass sie 1941 aber gemeinsam mit ihrem fünfjährigen Sohn Nathan nach Minsk deportiert und dort getötet worden war, war nicht mehr bekannt. Auf diese Information stießen unsere Schülerinnen und Schüler erst im Rahmen ihrer eigenen Recherchen wieder. Zur Erinnerung an den kleinen Nathan hatte KRASS bereits 2019 einen Kinderrucksack aus Beton für den städtischen „DenkOrt Deportation“ gestiftet.

Zur Stolpersteinverlegung am 27. Oktober 2021, waren etwa 70 Personen erschienen. Schülerinnen und Schüler unserer KRASS-Gruppe trugen die wichtigsten Informationen zu Arthur Kahn und seinem kleinen Neffen Nathan Weinberg auf Deutsch und Englisch vor, damit auch die weit angereisten Nachfahren der Familie verstehen konnten, was gesprochen wurde. Unser Chor unter Leitung von Michael Albert sorgte für eine würdevolle musikalische Umrahmung der Veranstaltung. Und natürlich ergriffen auch die Nachfahren mehrfach das Wort: So trug etwa Felice Miryam Kahn Zisken, die Nichte Arthur Kahns, Gedichte vor, in denen sie sich mit der traurigen Geschichte ihrer Familie befasste.

Ebenso bewegend war auch der abschließende Beitrag von Mattie Kahn, Arthurs Großnichte, die die Verlegung der beiden Stolpersteine nicht nur initiiert, sondern auch den Besuch der 15 Familienmitglieder vor Ort organisiert hatte. So sagte sie u.a.: „I do this because I feel called to remind the world that Arthur existed—that he was a person who had so much to offer. I do this because I know that there are millions of people who have no one left to do it for them.“