„History goes Reel“: Spannender Schüleraustausch zwischen Gemünden und Prizren

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Ende April waren 19 Schülerinnen und Schüler des Friedrich-List-Gymnasiums Gemünden eine Woche lang zu Gast bei ihrer Partnerschule, dem Loyola-Gymnasium in Prizren (Kosovo). Der Austausch, der bereits seit 2009 besteht, bot den Teilnehmenden unter dem diesjährigen Motto „History goes Reel“ ein beeindruckendes Programm zwischen lebendiger Gegenwart und bewegter Geschichte.

Nach der Ankunft im Kosovo wurden die Schülerinnen und Schüler von ihren Gastfamilien herzlich aufgenommen. Gleich am ersten Samstag wartete ein besonderes Highlight: Das Schulfest des Loyola-Gymnasiums stand in diesem Jahr ganz im Zeichen Deutschlands. Bei bestem Frühlingswetter verwandelte sich der Pausenhof in eine bunte Bühne für Musik- und Tanzbeiträge. Besonders beeindruckend war der Moment, als ein kosovarischer Chor die deutsche Nationalhymne anstimmte, während überall Deutschlandfähnchen geschwenkt wurden. Auch der deutsche Botschafter ließ es sich nicht nehmen, der Veranstaltung beizuwohnen. Im Anschluss boten die liebevoll gestalteten Klassenraum-Projekte spannende Einblicke in die Arbeit der Gastgeber. Den Sonntag nutzten die Schülerinnen und Schüler, um in den Gastfamilien tiefere Einblicke in das Leben vor Ort zu gewinnen – oft verbunden mit Ausflügen in die umliegende Bergwelt.

Auf den Spuren von Kultur und Zeitgeschichte

Den Montag verbrachten die Teilnehmenden in Prizren. Die kosovarischen Gastgeber hatten eine Stadtführung vorbereitet, die die kulturelle Vielfalt der Region verdeutlichte: Orthodoxe Kirchen, Moscheen und die katholische Kirche liegen hier eng beieinander. Neben dem Besuch des archäologischen Museums im alten Hammam und dem Bestaunen des Uhrturms sowie der Liga von Prizren bildete der Aufstieg zur Burgruine „Kalaja“ am Nachmittag einen der Höhepunkte – der Ausblick über die Stadt blieb allen in bester Erinnerung.

Ein zweitägiger Abstecher nach Tirana (Albanien) am Dienstag und Mittwoch führte die Gruppe tief in die Auseinandersetzung mit der kommunistischen Vergangenheit. Ob beim Besteigen der „Pyramide von Enver Hoxha“, dem Besuch des Geheimdienst-Museums „House of Leaves“ oder der Besichtigung der gigantischen Bunkeranlage „BunkArt“: Die Geschichte wurde für die Jugendlichen greifbar und lebendig.

Der Donnerstag führte die Gruppe schließlich nach Prekaz zum Adem-Jashari-Memorial sowie nach Pristina. In der Hauptstadt des Kosovo beeindruckten das Ethnologische Museum und die Mutter-Teresa-Kathedrale, von deren Türmen sich erneut ein atemberaubender Blick bot.

Filmische Spurensuche und ein Zeichen der Solidarität

Das Projektthema „History goes Reel“ begleitete die gesamte Woche: In deutsch-kosovarischen Tandems drehten die Jugendlichen Kurzvideos („Reels“), in denen sie historische Persönlichkeiten oder Orte künstlerisch und modern aufgriffen.

Neben der inhaltlichen Arbeit setzten die Gemündener Schüler ein starkes Zeichen der Verbundenheit: Sie übergaben dem Schulleiter des Loyola-Gymnasiums einen Spendenscheck in Höhe von 1500 €, der durch das Engagement von Eltern, Lehrern und Schülern des FLG gesammelt worden war.

Die Reise endete mit vielen neuen Erfahrungen im Gepäck, doch der Abschied ist nur von kurzer Dauer: Schon im Juni werden die Schülerinnen und Schüler aus dem Kosovo zum Gegenbesuch in Gemünden erwartet, um das Projekt „History goes Reel“ gemeinsam fortzusetzen.

Text: Jürgen Endres / Fotos: Jürgen Endres, Sigrid Machann und Sphres Zeka Karanezi