„Dein Smartphone – Deine Entscheidung“: Präventionsveranstaltung zur sicheren Handynutzung

Präventionsveranstaltung zur Handynutzung

Ende Januar fand am Friedrich-List-Gymnasium Gemünden eine Präventionsveranstaltung zum Thema verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone statt. Unter dem Titel „Dein Smartphone – Deine Entscheidung“ besuchte Polizeihauptmeisterin Nadine Kleinschmitt die 5. Klassen und arbeitete jeweils in einer Doppelstunde mit den Schülerinnen und Schülern.

Zum Einstieg zeigte Frau Kleinschmitt das Video „Mach dein Handy nicht zur Waffe“, das eindrücklich verdeutlichte, welche Folgen unbedachte Handynutzung haben kann. In einer ersten Gesprächsrunde berichteten die Kinder dann offen über ihre eigenen Smartphones: Fast alle besitzen bereits ein Handy, bei der Mehrheit kontrollieren die Eltern die Nutzung oder greifen regulierend ein. Nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler gaben an, ihr Smartphone zeitlich unbegrenzt nutzen zu dürfen.

Gemeinsam wurde gesammelt, wofür Handys im Alltag verwendet werden: Neben Musikhören und Fotografieren nannten die Kinder vor allem WhatsApp, YouTube, Spiele, und nur sehr vereinzelt Instagram, TikTok und Snapchat. Auffällig war, dass das Telefonieren meist erst spät zur Sprache kam. Frau Kleinschmitt ging bei der Gelegenheit auch gleich auf die Nutzungsbedingungen angesagter Apps ein. Anschaulich wurde den Schülerinnen und Schülern erklärt, dass sie beim Download häufig umfangreichen Verträgen zustimmen müssten; allein die Nutzungsbedingungen von WhatsApp ergaben ausgedruckt eine Papierrolle, die länger war als das gesamte Klassenzimmer. Das sorgte dann doch für Erstaunen.

Nicht weniger eindrücklich war eine Übung mit Aussagekarten: Die Kinder entschieden per Daumen hoch oder Daumen runter, ob ein bestimmtes Verhalten im Netz in Ordnung sei. Dabei ging es unter anderem um das ungefragte Verbreiten von Fotos, beleidigende oder extremistische Inhalte, Kettenbriefe, Gewaltvideos, Nacktbilder sowie das Filmen von Schlägereien oder Unfallstellen. Die Fünftklässler zeigten ein gutes Gespür für richtiges und falsches Verhalten. Altersgerecht informierte Frau Kleinschmitt über strafbare Handlungen mit dem Smartphone und zeigte ihrem jungen Publikum den rechtlichen Rahmen auf. Auch brisante Themen wie das sogenannte Cybergrooming sparte sie dabei nicht aus.

Abschließend wurden gemeinsam klare Regeln für die Handynutzung festgehalten, zum Beispiel nur Bilder zu verwenden, von denen man sicher wisse, dass man sie verwenden dürfe, ggf. zu fragen, ob man das Bild eines anderen teilen dürfe, keine Sachen mit Gewalt zu verschicken und keine Hasskommentare zu verbreiten.

Die Veranstaltung war geprägt von vielen Rückfragen, ehrlichen Beiträgen der Kinder und praxisnahen Beispielen aus dem Berufsalltag der Polizei. Sie leistete einen wichtigen Beitrag zur Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler und zeigte deutlich: Ein Smartphone bietet viele Chancen – verlangt aber auch Verantwortung.

Text & Foto: Jürgen Endres