Ein ernstes, aber wichtiges Thema stand kurz vor den Weihnachtsferien auf dem Stundenplan der achten Klassen des Friedrich-List-Gymnasiums: „Alkohol und andere Drogen“. Zu Gast war Uwe Friedel von der Polizeiinspektion Lohr, der die Jugendlichen im Rahmen eines Präventionsprogramms der bayerischen Polizei mit Fakten und Anekdoten aus dem Polizeialltag konfrontierte.
Ziel der Doppelstunden war es, die Schülerinnen und Schüler für die Gefahren von Abhängigkeit und Missbrauch zu sensibilisieren. Friedel belegte die Dringlichkeit des Themas mit konkreten Zahlen: In Deutschland gibt es Millionen Abhängige von Tabak (ca. 15 Mio.), Alkohol (ca. 8 Mio.) und Medikamenten (ca. 1,5 Mio.). Besonders alarmierend: Mittlerweile sterben beinahe ebenso viele Menschen durch den Konsum illegaler Drogen wie im Straßenverkehr. Ihre Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren gar mehr als verdoppelt.
Alkohol: Nervengift statt Party-Booster
Der erste Teil der Doppelstunde widmete sich zunächst dem Alkohol, der in Deutschland – im Gegensatz zu vielen anderen Ländern – schon in jugendlichem Alter legalisiert wird. Friedel klärte über die aktuellen Bestimmungen auf (ab 14 Jahren in Begleitung der Eltern „in Maßen“, ab 16 Jahren Wein, Sekt und Bier). Um die Menge und die Verfügbarkeit zu veranschaulichen, präsentierte er aus einem mitgebrachten Koffer Anschauungsmaterial: eine Flasche Wein, Sekt, Wodka und diverse „Klopferle“.
Auf die Frage, warum man Alkohol trinke, nannten die Schüler typische Gründe wie Neugier, Feierlichkeiten, die Hoffnung, lockerer zu werden oder die Stimmung zu verbessern. Friedels klare Antwort darauf war ein Weckruf: Während die Schüler Alkohol als „Droge“ bezeichneten, korrigierte der Polizist die Definition auf das, was er chemisch ist: ein Nervengift. Er verwies auf akute Folgen wie Kontrollverlust, reduzierte Reaktionszeit, Schwindelgefühl und erhöhte Gewaltbereitschaft.
Um die Gefahren zu verdeutlichen, berichtete Friedel zudem von extremen Einsätzen aus seiner Polizeiarbeit im Main-Spessart. So schilderte er den Fall eines Faschingszugs, bei dem 15 Rettungswagen nur für alkoholisierte Jugendliche im Einsatz waren, darunter ein 15-Jähriger, der bewusstlos und stark vernachlässigt aufgefunden wurde.
Cannabis: Weiterhin Tabu für Jugendliche
Im zweiten Teil der Doppelstunde ging es um Cannabis. Der Polizist nutzte die aktuelle Debatte um das neue Cannabisgesetz um klarzustellen: Für Minderjährige ist Erwerb, Besitz und Anbau weiterhin strikt verboten. Auch wenn der alte Spruch „Hast du Haschisch in der Tasche, hast du immer was zu nasche“ heute noch mancherorts kursiere, sei die Realität weitaus härter. Friedel warnte massiv vor den Langzeitfolgen: Cannabis mache psychisch abhängig, störe die Entwicklung des Gehirns und verstärke negative Gefühlszustände bis hin zu Halluzinationen und Horrortrips. Als mahnendes Beispiel berichtete er von einer Person, die im Drogenrausch aus dem Fenster sprang.
Konsequenzen, die Karrieren gefährden
Friedel erläuterte auch die Konsequenzen, die der Konsum illegaler Drogen mit sich bringen könne – von Personenkontrollen und Wohnungsdurchsuchungen, über die Sicherstellung von Handys und Tablets, bis hin zur Verständigung von Eltern, Jugendamt und der Führerscheinstelle. Ein Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis könne bei späteren Bewerbungen gravierende Nachteile mit sich bringen. Die kurzweilige und informative Doppelstunde hinterließ Eindruck bei den Achtklässlern.
Zum Foto: Paul Herz und Rufus Schwarz, die Klassensprecher der 8b am FLG, dankten Uwe Friedel von der Polizeiinspektion Lohr für seinen Vortrag zum Thema „Prävention statt Party“.
Text & Foto: Jürgen Endres

