Wie fühlt es sich an, den Alltag oder den Lieblingssport im Rollstuhl zu bewältigen oder sich ohne Augenlicht zu orientieren? Dieser Frage gingen die Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe des Friedrich-List-Gymnasiums beim zweiten Inklusionstag der Schule in Kooperation mit dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Bayern (BVS) nach. An vier Stationen konnten die Jugendlichen praktische Erfahrungen rund um die Themen Seh- und Geheinschränkungen sammeln.
Zwei Stationen beschäftigten sich mit Einschränkungen des Sehens. Beim Goalball, einer Sportart für Menschen mit Sehbeeinträchtigung, mussten sich die Schülerinnen und Schüler allein auf ihr Gehör verlassen. Im Sinnes- und Blindenparcours galt es, mit Augenbinden und Blindenstöcken verschiedene Aufgaben zu meistern und sich auf die Unterstützung eines Partners zu verlassen.
Mitschüler als Referent beim Rollstuhl-Basketball
Ebenso eindrucksvoll waren die beiden Stationen zum Thema Mobilität. Beim Rollstuhl-Alltagsparcours wurden Hindernisse, Rampen und enge Wege schnell zur Herausforderung. Besonders beliebt war erneut das Rollstuhl-Basketball, bei dem die Jugendlichen nicht nur sportliches Geschick, sondern auch Koordination und Teamarbeit unter Beweis stellen mussten.
Eine besondere Rolle übernahm dabei in diesem Jahr FLG-Schüler Xaver Gebele. Der Achtklässler sitzt selbst im Rollstuhl und leitete gemeinsam mit den Referenten des BVS die Station des Rollstuhl-Basketballs. Mit seiner Erfahrung als Rollstuhl-Sportler gab er wertvolle Tipps und beantwortete viele Fragen seiner Mitschülerinnen und Mitschüler.
Erfahrungen für das ganze Leben
Ziel des Projekttages war es, das Bewusstsein für die Herausforderungen von Menschen mit Behinderung zu schärfen und die Bedeutung von Inklusion erlebbar zu machen. Viele Schülerinnen und Schüler nahmen dabei nicht nur neue Perspektiven mit, sondern auch die Erkenntnis, wie selbstverständlich viele Dinge im Alltag erscheinen.
Dank der Unterstützung des BVS Bayern, engagierter Lehrkräfte, Tutoren und Referenten wurde der Inklusionstag erneut zu einem besonderen Erlebnis am FLG, das den Projekttag in der 7. Jahrgangsstufe verankert hat. „Das FLG hat ein tolles Team und ein schönes Konzept“, resümierte Referentin Romy Pawellek vom BVS Bayern: „Ich denke, dass die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen für ihr ganzes Leben mitnehmen konnten.“
Text & Fotos: Julius Mayer

