Gespenstischer Theaterabend in der Bayrischen Schanz

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Das Gespenst von Canterville, eine der bekanntesten Erzählungen von Oscar Wilde, brachte kürzlich die Mittelstufentheatergruppe des Friedrich-List-Gymnasiums unter Leitung von Christoph Althaus in der Remise der Waldschänke Bayrische Schanz auf die Bühne. Dass die bekannte Geschichte aus den schottischen Highlands auf die Höhen des Spessart und in eine der schönsten Ausflugsgaststätten des Landkreises verlagert wurde, war nicht nur passend, sondern verlieh der Aufführung auch einen ganz besonderen Charme. Die Schülerinnen und Schüler spielten auf einer Bühne mitten im Raum, während die Zuschauer mit kühlen Getränken und einer Auswahl an Speisen bewirtet wurden und quasi selbst mitten im Geschehen waren.

So wurden die Lachmuskeln an beiden Spielabenden deutlich strapaziert: Denn der Geist von Sir Simon de Canterville, ausdrucksstark gespielt von Lara Medreder, versuchte vergeblich, die neuen Eigentümer des Schlosses, das joviale und mit keinerlei Etikette vertraute amerikanische Ehepaar Otis (witzig dargestellt von Tilda Schneider und Benni Althaus), von seinem edlen Stammsitz zu vertreiben. Dabei verzweifelte es nicht nur an den lockeren Sprüchen des neuen Hausherren und seiner Frau, die den Spuk so gar nicht erst nehmen wollten, sondern auch an den frechen Zwillingen Washington und Idaho (Milena Daum und Rosalie Eich), deren Streiche das Gespenst zum Haareraufen, das Publikum aber immer wieder zum Lachen brachten. Und auch die kulturellen Unterschiede zwischen den Amerikanern und den Briten sorgten für viel Heiterkeit und Situationskomik: Vor allem als die Köchin Miss Umney (Vivien Gräfenstein) das schottische Nationalgericht Haggis – oder zumindest etwas ähnlich Aussehendes – servierte und bierernst in allen Details und für die Amerikaner schockierend erklärte, wie dieser gefüllte Schafsmagen zubereitet wird. Auch Jonathan Herold brachte in seiner Rolle als sympathischer Butler Beaston den Saal quasi zum Wiehern, vor allem als er das Pferd (Elisa Fuchs) des schüchternen, aber grundsympathischen Herzogs Cecil von Kenilworth (Nele Brandenstein) zu zähmen versuchte. Am Ende steht ein mehrfaches Happy End: Das Gespenst wird von Virginia, der einzig vernünftigen Tochter der Familie Otis, einprägsam gespielt von Hannah Hepp, durch den Todesengel (Elisa Fuchs) erlöst. Virginia selbst heiratet den Herzog, Lady Eleanor de Canterville (Ida Rüb) findet Ruhe und Butler Beaston kann nach Jahren endlich Miss Umney seine Liebe gestehen.

Am Ende eines wunderbaren Sommerabends bedankte sich die Gruppe für die große Unterstützung der Produktion durch das Team der Bayrischen Schanz in Form von  Verpflegung und Räumlichkeiten, bei Claus Engel von der Firma Hornung Pflanzen für die Hilfe bei der Einrichtung der Bühne, bei den Scherenburg-Festspielen für den Verleih von Kostümen und bei der Volksbühne Fellen, deren Lichttechnik genutzt werden konnte.

Text: Eva Müller / Fotos: Christoph Althaus