Bach statt Schulbank: Exkursion der 6. Jahrgangsstufe an die Fränkische Saale

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„Wenn die Wasseramsel satt ist, hat Lena genug Trinkwasser!“ Mit diesem rätselhaften Satz begann für die Schülerinnen und Schüler der 6. Jahrgangsstufe des Friedrich-List-Gymnasiums ein Vormittag am Wasser. Was hat ein kleiner Singvogel am Bach mit unserem Trinkwasser zu tun? Erste Vermutungen wurden gesammelt – überzeugend war noch keine. Um dem Rätsel auf die Spur zu kommen, brauchte es zunächst eines: eigene Beobachtungen draußen am Gewässer.

Also hieß es: Badeschuhe an, Netze raus, hinein ins Wasser. Am Seitenarm der Fränkischen Saale gingen die Schülerinnen und Schüler auf die Suche nach dem, was im Bach sonst gern übersehen wird. Unter dem Binokular wurden aus unscheinbaren, kaum sichtbaren Tierchen plötzlich Lebewesen mit Beinen, Kiemen und erstaunlichen Bauplänen. Bestimmungsschlüssel in der einen Hand, Lupe in der anderen – und mit jedem neuen Fund wuchs das Staunen darüber, wie viele verschiedene Arten in einem einzigen Gewässerabschnitt zu Hause sind. Genaues Hinschauen wurde hier zur wichtigsten Fähigkeit des Tages.

Im zweiten Teil wurde gemessen: Wie schnell fließt dieser Bach eigentlich? Zuerst ganz klassisch mit Korken, Maßband und Stoppuhr – mit viel Gerufe, Gelächter und der einen oder anderen Diskussion über den richtigen Startzeitpunkt. Anschließend kam der digitale Fließgeschwindigkeitssensor zum Einsatz, und die Ergebnisse wurden verglichen.

Dass es beim Arbeiten allein nicht blieb, versteht sich bei sommerlichem Wetter fast von selbst: Zwischen Messstrecke und Bestimmungstisch wurde geplanscht, gelacht und der eine oder andere Kieselstein ausgiebig begutachtet.

Und dann, mit vollen Protokollen und einer ganzen Menge neuer Erfahrungen, kehrten die Schülerinnen und Schüler zum Ausgangsrätsel zurück – und plötzlich fügten sich die Teile zusammen: Die Wasseramsel frisst Insekten, deren Larven im Fließgewässer an Steinen oder auf Totholz leben. Für solches Totholz und ruhigere Bereiche im Gewässer sorgt der Biber, dessen Dämme die Fließgeschwindigkeit bremsen. Langsameres Wasser versickert besser, der Grundwasserspiegel steigt – und damit ist auch Lenas Trinkwasser gesichert.

Ein Vormittag draußen, der zeigt: Naturwissenschaft findet nicht nur im Klassenzimmer statt – manchmal steht man dafür einfach mittendrin im Bach.

Text: Eleonore Hose & Max Waldenburger / Fotos: Max Waldenburger